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Demenz im Alter

Die Krankheitsbilder der Demenz sind charakterisiert durch eine fortschreitende schwerwiegende Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit, die vor allem das Gedächtnis, die Orientierung, die Sprache, die Urteilsfähigkeit und die damit verbundenen Probleme in der Alltagsgestaltung betrifft. Das demenzielle Syndrom geht mit einer erheblichen Beeinträchtigung einher, die insbesondere die sozialen Beziehungen betrifft. Es werden zwei Demenzformen differenziert. Die hirnorganische (primäre) und die nicht-hirnorganische (sekundäre) Demenzform. Bei der Demenz vom Typ Alzheimer kommt es aufgrund von Ablagerungen zu einer Zerstörung des Nervengewebes im Gehirn. Bei der sekundären Demenz treten aufgrund von Durchblutungsstörungen schwere Schäden auf. Störungen treten auf in den Bereichen

  • des Kurz- und Langzeitgedächtnisses,
  • der Sprache (Aphasie),
  • des Handelns (Apraxie) sowie
  • der Erkennung des Wahrgenommenen (Agnosie).

Die Wahrscheinlichkeit, von der Krankheit betroffen zu werden, nimmt mit steigendem Alter zu. Epidemiologische Untersuchungen gehen davon aus[1], dass in der Altersgruppe der 60 bis 64-jährigen 0,7 % an Demenz erkrankt sind, während es in der Gruppe der 90 – 95-jährigen 38,6 % sind[2].

Die Versorgung von Demenzkranken stellt für alle Angebotsformen der Altenhilfe sowohl quantitativ als auch qualitativ eine große Herausforderung dar. Bisher kann keine medikamentöse Behandlung die Ursachen der Erkrankung beseitigen.

Von besonderer Bedeutung für die Versorgung von Menschen mit Demenz sind in den stationären Einrichtungen der Altenhilfe nichtmedikamentöse therapeutische Ansätze, die sich auf die Biografie der Betroffenen beziehen, ein günstiges Milieu schaffen und den Umgang mit Betroffenen sowie ihren Angehörigen unterstützend gestalten.

Um den Erkrankten adäquat begegnen zu können, haben wir uns bewusst für die Gestaltung einer segregativen Betreuungsform entschieden, die in Wohngruppen nach dem Wohnküchenprinzip arbeitet.

Unter Segregation wird das Zusammenleben von BewohnerInnen mit einem einheitlichen Krankheitsbild verstanden, z.B. nur von Menschen mit einer leichten Demenz, die in ihrer eigenen Erlebniswelt leben, von jungen Demenzkranken oder von Menschen mit Alzheimer Demenz.

[1] Bickel, H. Epidemiologie 1992
[2] siehe interne Arbeitspapiere und Rahmenkonzept zur Betreuung von Dementiell Erkrankten mit Verhaltensstörungen in offenen und geschlossenen gerontopsychiatrischen Wohnbereichen in: »pflegen & wohnen« , Hamburg, 1996

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